Meditationspause

Meditationspause

Aus dem Alltag eines Berliner Kadampa-Buddhisten

“Meditation & Vortrag in Prenzlauer Berg” zieht um!

Die wöchentliche Vortragsreihe in Prenzlauer Berg wird ab 9. November (Mittwoch) an einem neuen Ort stattfinden. Wir sind ab dann in den Räumen von YUJ Yoga zu Gast.

YUJ Yoga
Chodowieckistr. 28
10405 Berlin


Größere Kartenansicht

Die Zeit bleibt die alte: 19:30 – 21:00 Uhr.

Der neue Veranstaltungsort ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln am besten über die Stationen U2 Eberswalder Str. oder S-Bahn Greifswalder Str. zu erreichen. Am besten kommt man natürlich mit dem Fahrrad. :-)
Btw: Mit dem Auto wird es sicher nicht einfach, dort einen Parkplatz zu finden.

Prüfungsstress – Arbeitsstress – Lebensstress?

Ihr solltet Leiden erkennen.
Ihr solltet Ursprünge aufgeben.
Ihr solltet Beendigung erlangen.
Ihr solltet den Pfad praktizieren.

(Buddha: Die Vier Edlen Wahrheiten)

Ich stecke gerade in einer “komplexen” Lebenssituation in der für mich sehr viel Stress zusammenkommt. Und nun wurde auch noch bei uns im Lehrerausbildungsprogramm  – quasi als “Sahnehäubchen” obendrauf – eine schriftliche Prüfung für den 20. Oktober angesetzt.

Wir schreiben die Prüfung über unserem letzten Unterrichtsblock zu Geshe-las Buch Freudvoller Weg des Glücks. Da sind viele Seiten Text zu studieren – zuzüglich der Zusammenfassung der Bedeutung des Textes, die auswendig zu lernen ist. Und außerdem muss man bis zur Prüfung alle Unterrichtseinheiten nachgeholt haben, an denen man gefehlt hat.

Geshe Kelsang Gyatso: Freudvoller Weg des Glücks

Ich war schon der Verzweiflung nah und hatte gedacht, dass schaffe ich nie. Aber ein unglücklicher Geist ist das schlimmste, was einem in so einer Situation passieren kann. Ich will aber einen freidvollen Geist bewahren und mich trotz der Arbeit wohl fühlen! Aber wie?

Für mich gibt es da nur eine Lösung: Buddhas Unterweisungen im Alltag benutzen!

Eigentlich sind die Vier Edlen Wahrheiten Unterweisungen, die Buddha gelehrt hat, um uns auf den Mittleren Pfad (=dem Pfad der individuellen Befreiung) zu Schulen. Diese Unterweisungen bewirken, dass man endgültig frei ist von allen Leiden. Was für die Schulung im Mittleren Pfad gut ist, taugt für mein “Prüfungsstress-Leiden” allemal ;-)

Ihr solltet Leiden erkennen

Meine Ausgangslage ist also folgende:

  • 15 Tage Zeit für die Prüfungsvorbereitung
  • 42 Stunden gefehlten Unterricht nachholen
  • 12 Seiten Zusammenfassung der Bedeutung des Textes auswendig lernen
  • 172 Seiten Text studieren

Das ist ein ganz schöner Haufen Arbeit. Eigentlich viel zu viel für mich. Das ist mein wahres Leiden.

Aber Moment: Mein Leiden ist nicht der riesige Berg Arbeit, den es zu bewältigen gibt. Sondern mein Leiden ist mein unglücklicher Geist, mit dem ich auf diese viele Arbeit reagiere. DAS ist mein eigentliches Problem!

Ihr solltet Ursprünge aufgeben

Verblendungen sind die Ursprünge aller Leiden. Es ist ihre Funktion, den Geist unglücklich zu machen. Wenn ich also unter der Prüfung leide, dann nur deshalb, weil eine Verblendung dieses Problem verursacht.

In meinem Fall ist es eine starke Anhaftung, diese Prüfung gut zu bewältigen bzw. in der Prüfung nicht zu versagen. Wenn ich diese Anhaftung nicht hätte, wäre zwar die Arbeit nicht geringer, aber der Geist mit dem ich die Arbeit bewältige, wäre ein freudvoller. Und nur ein freudvoller Geist ist ein produktivier Geist!

(Btw: Warum heißt unser Studien-Buch eigentlich: Freudvoller Weg des Glücks? ;-))

Ihr solltet Beendigung erlangen

Buddha meinte damit die dauerhafte Beendigung von Leiden. Es wäre doch toll, wenn man nie wieder an Leistungsstress leiden würde und trotz aller Probleme und Schwierigkeiten im Job oder im Studium immer einen friedvollen und ausgeglichenen Geist bewahren könnte!

Ein Geist, der dauerhaft die Anhaftung an Erfolg, Bestätigung, Guten Ruf usw. aufgegeben hat, der wird niemals wieder Prüfungsstress erleiden müssen.

Ihr solltet den Pfad praktizieren

Den Pfad praktizieren bedeutet, den Geist zu verändern: weg von den Verblendungen, welche die Ursache für Leiden sind – hin zu den Tugenden, welche die Ursache für Glück sind.

Dafür hat Buddha drei Schulungen erklärt:

  1. Höhere Schulung in moralischer Disziplin (Aufgeben von unangemessenen Handlungen, Ausführen von tugendhaften Handlungen, korrekte Motivation)
  2. Höhere Schulung in Konzentration (Aufgeben von Ablenkung und Konzentration auf Tugend)
  3. Höhere Schulung in Weisheit (Leerheit realisierende Weisheit)

Das Höhere bezieht sich dabei auf eine bestimmte Motivation, mit der man diese Schulung absolviert: Entsagung. Entsagung ist der Wunsch, beständige Freiheit vom Leiden dieses und zukünftiger Leben zu haben.

Ich möchte Freiheit vom Prüfungsstress haben und habe mir darum folgenden “‘Schulungen” festgelegt:

  1. Jeden Tag meinen täglichen Arbeitsplan pünktlich einhalten und mich von allen Ablenkungen fern halten.
  2. Während der Studiumszeit ziehe ich mich zurück. (Kein Telefon, kein Internet usw…)
  3. Vorbereitende Übungen (Reinigung, Darbringungen, Segnungen etc.) betonen.

Ich weiß nicht, ob ich damit die Prüfung erfolgreich bestehe. Aber ich weiß, dass ich mit auf diese Weise immer einen friedvollen Geist bewahren kann. Und das ist der Punkt, auf den es wirklich ankommt ;-)

Playlist: Lieder des Freudvollen Landes

Heute habe ich begonnen, meine Tharpa-Musiksammlung in das MP3-Format zu konvertieren. Dabei ist es ganz nützlich, wenn man zu den einzelnen Tracks die ID3-Tags anlegt. Die ID3-Tags beinhalten “Meta-Infos” – z.B. Name des Interpreten, Titel, Cover-Bildchen. Das ist ganz nützlich, denn die meisten MP3-Abspielgeräte können diese Tags im Display anzeigen. Wer also seine ID3-Tags anreichern möchte, der kann sich gerne aus meiner Liste bedienen. Den Anfang mache ich mit Guru-Yoga: Lieder des Freudvollen Landes.

CD-Cover: Lieder des freudvollen Landes

CD-Cover: Lieder des Freudvollen Landes

Playlist: Lieder des Freudvollen Landes
Track Title Time
Spieldauer: 59 Minuten
© Geshe Kelsang Gyatso und Neue Kadampa-Tradition 2003
1 Befreiendes Gebet 3:49
2 Zuflucht nehmen und Bodhichitta erzeugen 1:01
3 Je Tsongkapa einladen / Das siebengliedrige Gebet 3:16
4 Die Mandala-Darbringung 0:33
5 Rezitation des Migtsema-Gebetes 1:22
6 Das Gebet der Stufen des Pfades 3:50
7 Segnungen empfangen und Reinigung 1:03
8 Bitten um die Segnungen des Gurus 2:08
9 Widmung (1) 0:22
10 Dorje Shugden einladen 1:39
11 Darbringungen und Bitten 2:48
12 Rezitation des Mantras 1:34
13 Torma-Darbringung / Äußere und innere Darbringung 4:04
14 Besondere Bitte an Dorje Shugden 1:15
15 Tsog-Darbringung 1:02
16 Kurze Tsog-Darbringung 3:05
17 Tsog-Darbringung an den Guru 1:47
18 Erstes Langlebensgebet 3:44
19 Zweites Langlebensgebet 6:00
20 Den goldenen Trank segnen 0:57
21 Den goldenen Trank darbringen 2:50
22 Bitte um die Erfüllung von Wünschen 3:53
23 Die verbliebenen Tsog-Darbringungen den Geistern darbringen 1:00
24 Widmung (2) 0:35
25 Glücksverheißendes Gebet 0:28
26 Gebete für die tugendhafte Tradition 1:06
27 Das neunzeilige Migtsema-Gebet 5:06

Reihenfolge der Gebete

  • Herzjuwel: 1-11, 22, 24, 18, 26, 27
  • Wunscherfüllendes Juwel ohne Tsog: 1-14, 20-25, 18,26, 27
  • Wunscherfüllendes Juwel mit Tsog: 1-27

PS: Manche Abspielgeräte haben Probleme bei der Darstellung von Sonderzeichen und Umlauten. Wer bei der Anzeige sicher gehen will, schreibt einfach die Umlaute um.

PPS: Übrigens habe ich einen Account bei MusicBrainz angelegt. Das ist eine Musikdatenbank bei der man ganz bequem seine ID3-Tags teilen kann. Die meisten Abspiel-Programme unterstützen das. Und erkennen sogar die Tracks automatisch und ergänzen dann die Tags von ganz alleine…. Aber dazu in wenigen Wochen mehr. :-)

Wie mir die Bahn eine Meditationspause verschaffte

Am Dienstag war ich tagsüber in Leipzig und wollte abends mit dem Zug zurück nach Berlin fahren. Ich war schon sehr zeitig am Bahnhof, weil ich mich dort zurückziehen wollte, um mich in aller Ruhe auf den Vortrag im Prenzlauer Berg vorzubereiten. Zu meiner Freude stand der Zug schon am Gleis. Der kommt mir ja wie gerufen, dachte ich mir. Da kann ich mich rein setzen und in ruhe Lesen.

Allein im ICEAllein im ICE-Metropolitan

Kaum hatte ich es mir Wagen gemütlich gemacht, fuhr der Zug los. Halt Stopp, das kann doch nicht sein. Die Abfahrt ist erst in 50 Minuten!, schoss es mir durch den Kopf. Tja, aber der Zug war abgefahren. Mir fiel auf, dass ich ganz allein war kein Passagier weit und breit – sehr ungewöhnlich.

Die Situation löste sich dann sehr schnell auf, als doch noch jemand kam – die Schaffnerin. Sie sah mich mit ganz großen Augen an. “Was machen Sie denn hier? Der Zug ist doch gar nicht im Einsatz. Wir werden jetzt auf ein Abstellgleis gestellt und dann wird hier Sauber gemacht. Wir fahren erst in zwei Stunden zurück nach Berlin.”

Das war doch mal eine schöne Botschaft. So hatte einen ganzen Zug für mich allein, um darin zu studieren und zu meditieren. Ich habe diese unfreiwillige Auszeit sehr genossen und sinnvoll genutzt. :-)

So geht lebendiger Buddhismus! Interview mit Kadam Morten Clausen

Im Webblog 100 Interviews wurde ein sehr lesenswertes Interview mit dem Kadampa-Buddhisten Kadam Morten Clausen veröffentlicht.

Kadam Morten ist der Zentrumslehrer vom Chakrasambara Kadampa Meditation Center in New York City. Er ist ein enger Schüler vom Ehrwürdigen Geshe Kelsang Gyatso und praktiziert Buddhismus schon seit über 25 Jahren.

Im Interview erfährt man die Lebensgeschichte von Kadam-Morten, wie der Buddhismus in sein Leben gekommen ist und wie er ihn praktiziert. Aber man erfährt noch viel mehr: Warum Buddhismus tatsächlich eine wissenschaftliche Methode ist. Und wie man den Buddhismus in den Alltag integriert. Und was überhaupt das moderne am modernen Buddhismus ist. Und last not least: Wie Geshe Kelsang den Buddhismus in unsere westliche Welt gebracht hat.

Ich möchte darum allen – Buddhisten und Nicht-Buddhisten – empfehlen, das Interview unbedingt zu lesen!

Hier geht es zum Interview:

http://100interviews.com/post/10162847684/2

Läuse und Buddhismus

Mein Sohn juckte und kratzte es schon seit einiger Zeit verdächtig am Kopf. Heute wurden unsere Befürchtungen bestätigt. Es waren Läuse.

Kopfläuse sind speziell an den Menschen angepasst. Sie ernährt sich ausschließlich vom menschlichen Blut. Eine Kopflaus kann nur von Menschen leben.

…Aber der Mensch kann nicht mit Läusen leben. Wenn man die Läuse am Leben ließe, würden sich die Parasiten immer weiter verbreiten und auch anderen Menschen Leiden zufügen. Das unangenehme Jucken ist dabei noch das geringste Übel. Läuse verursachen Krankheiten und können sogar Krankheitserreger übertragen. Es gibt keine Wahl: Die Läuse müssen weg.

Um die Läuse loszuwerden, haben wir uns die Haare und Kopfhaut mit einem Kopflausmittel eingeschmiert. Nach dem Einwirken habe ich dann die Läuse mit einem Läusekamm ausgekämmt. Das war schlimm.

Übrigens war ich der einzige, der keinen Lausbefall hatte. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich sehr kurze Haare habe. So ein kurzhaariger Kopf ist wohl kein geeigneter Lebensraum für Läuse.

Karmisches Dilemma

Das Entfernen der Läuse und ihrer Eier ist Töten. Entweder man tötet die Läuse bei der Behandlung des Lausbefalls oder man lässt sie verhungern, wenn sie – von ihrem Wirt getrennt – keine Nahrung mehr finden. Es gibt leider keine andere Lösung.

Die Kopflaus wird als Folge ihrer negativen Handlungen gejagt und getötet. Der Mensch ist aus Gründen der Hygiene gezwungen, negative Handlungen auszuführen. Das Töten hat zur Folge, dass diese Menschen später selber gejagt und getötet werden. Uswusw…. Dieser Leidenskreis ist endlos.

Es ist nicht möglich in dieser Welt zu leben, ohne andere Lebewesen auf irgend einer Weise zu Schaden.

Samsara hat die Natur von Leiden. Das habe ich heute einmal mehr gelernt.

Gastbeitrag von Oskar: Mein schönstes Ferienerlebnis

Im Sommer waren Oskar und ich in England beim buddhistischen Sommerfestival. Wir hatten eine sehr schöne Zeit mit vielen Abenteuern und vor allem mit vielen alten und neuen Freunden. Ich hatte mir ganz fest vorgenommen, einen Artikel darüber ins Blog zu schreiben. Aber vor lauter Arbeit bin ich bisher nicht dazu gekommen und habe das vor mich hin geschoben.

Ganz unerwartet bekam ich Unterstützung von Oskar: Er sollte nämlich nach den Ferien in der Schule einen Aufsatz schreiben zum Thema “Mein schönstes Ferienerlebnis”… Ganz stolz hatte er mir seinen Aufsatz präsentiert und ich war echt baff. Darum habe ich Ihn gefragt, ob ich seinen Aufsatz hier einstellen kann und er war sehr stolz, dass er auch mal ins Internet kommt.

Voila, hier ist der Aufsatz:
(Zum Vergrößern einfach auf das Bild klicken.)

Buddhismus ist immer und nie modern

Letzten Mittwoch beim Vortrag unserer Veranstaltungsreihe “Moderner Buddhismus … für dich” in Berlin (Prenzlauer Berg) ist mir eine kleine Notiz aufgefallen, die jemand auf unseren ausgehängten Veranstaltungs-Flyer geschrieben hat:

"moderner" Buddhismus ist Quatsch! B. ist immer & nie modern!

“moderner” Buddhismus
ist Quatsch!
B. ist immer &
nie modern!

…mmmh, aha – “Quatsch” – soso… Der erste Satz macht abwertend deutlich, dass der Schreiber am Adjektiv “modern” im Titel der Veranstaltungsreihe Anstoß nimmt. Die Begründung folgt im zweiten Satz: weil der Buddhismus immer und nie modern sei. Diese Aussage war mir eine willkommene Steilvorlage als Einleitung zum Vortrag. Dafür sei dem unbekannten Schreiber gedankt! :-)

Meditationspause mit neuem WordPress-Theme: Yoko

Mein Blog hat ein neues WordPress-Theme erhalten: Yoko von Elmastudio. Ich war nämlich auf der Suche nach einem Responsive Desing-Theme, damit das Blog auch auf Smartphones und Tablet-PCs gut zu lesen ist.

Mit Yoko scheint es sehr gut zu funktionieren. Bei den üblichen verdächtigen – iPod/iPhone und iPad – habe ich es schon erfolgreich getestet. Auch auf dem BlackBerry meiner Freundin ist das Blog bequem zu lesen und lässt sich einfach navigieren. Ich kann es also jeden wärmsten empfehlen.

Kadampa-Sommerfestival 2011

Übermorgen kann ich endlich nach England ins Manjushri-KMC zum Kadampa-Sommerfestival 2011 fahren. Das Festival ist der jährliche Höhepunkt für alle Neuen Kadampas auf der Welt. Diesmal kann ich leider nur in der zweiten Woche dabei sein. Aber dafür fährt mein Sohn mit. Der freut sich auch schon ein Loch im Bauch :-)

Buddha Heruka

In der zweiten Woche dreht es sich übrigens um Höchstes Yoga-Tantra (HYT). Da wird Gen-la Dekyong die Höchste Yoga-Tantra-Ermächtigung des Heruka-Körper-Mandalas und von Vajrayogini gewähren. Für meinen Sohn wird es die erste HYT-Ermächtigung. Ich bin gespannt, wie er das findet.