Wie man gute Vorsätze im Alltag verinnerlicht

Im Vortrag letzter Woche kam die Frage auf, wie man es schafft, einen guten Vorsatz im Alltag nicht zu vergessen. Hier ergänzend eine kleine Erklärung dazu:

 

Die drei Objekte, drei Gifte und drei tugendhaften Wurzeln
Sind die kurze Unterweisung für die nachfolgende Erlangung.
Um die daran zu erinnern,
Schule dich in jeder Handlung durch Worte.
(Zitat aus: Geistesschulung in sieben Punkten von Geshe Chekawa)

 

Wer kennt das nicht: Raucher, die sich vergeblich bemühen, das Rauchen abzugewöhnen. Übergewichtige, die sich vergeblich bemühen, die Völlerei abzugewöhnen. Oder ungeduldige Menschen, die sich vergeblich bemühen, ihre Wut zu zügeln… usw. usf….

Wir haben oft den Wunsch, unsere schlechten Gewohnheiten zu ändern. Aber leider bleibt es meist nur kurz beim guten Vorsatz. Früher oder später kommen unsere alten Prägungen durch. Und dann sind wir wieder da, wo wir angefangen haben: mitten in unseren Verblendungen. Inklusive dem schlechten Gewissen, mal wieder unseren guten Vorsatz nicht eingehalten zu haben. Jeder, der schon mal versucht hat, eine schlechte Gewohnheit zu überwinden kennt dieses Dilemma.

Ein einfaches Beispiel:

Wenn wir uns morgens im Bad beim Blick auf die Waage ernsthaft entschließen: „Ich darf abends nicht mehr Naschen! Ich bleib jetzt enthaltsam!!“ Dann sitzen wir am Abend vielleicht trotzdem wieder mit einem großen Eisbecher vor dem Fernseher.

Wenn man eine schlechte Gewohnheit überwinden möchte, beginnt man mit dem Entschluss, diese zu überwinden. Den Entschluss der Enthaltsamkeit hatten wir im obigen Beispiel am Morgen noch gehabt, als uns die Waage unmissverständlich zeigte, dass wir das nächste Kilo Übergewicht zugelegt haben…

…Aber am Abend ist dieser Entschluss – wenn wir uns überhaupt noch daran erinnern – nur noch kraftlos und kann uns nicht daran hindern, wieder an den Kühlschrank zu gehen.

Warum ist das so?

Weil wir Vertrauter sind mit unserer alten Gewohnheit der Völlerei als mit dem Entschluss der Enthaltsamkeit. Je vertrauter wir mit einer Sache sind, desto leichter fällt sie uns. Wenn wir uns also z.B. das Naschen vor dem Fernsehen abgewöhnen wollen, um gegen unser Übergewicht anzukämpfen, dann müssen wir uns stärker mit diesem Entschluss der Enthaltsamkeit vertraut machen.

Wie halten wir unsere Absicht vom Morgen bis zum Abend?

Wir müssen mehr Vertrauen in den Entschluss gewinnen, enthaltsam zu sein. Dazu müssen wir uns öfter mit unserem Entschluss und den Argumenten auseinandersetzen. Je öfter wir uns mit den Argumenten auseinandersetzen, desto öfter werden wir den Entschluss neu fassen und desto nachhaltiger wird der Entschluss in unserem Geist verbleiben.

Die beste Praxis um dies zu erreichen ist, sich mehrmals täglich an die Argumente zu erinnern und den Entschluss zu erneuern. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Man kann sich zum Beispiel seinen Entschluss in den Bildschirmschoner seines Computers schrieben, oder einfach einen Zettel am Kühlschrank kleben.

Btw: Bei mir hat sich folgender Trick bewährt:

Meine Uhr ist mit einem Stundenalarm-Funktion ausgestattet. Wenn man den aktiviert, piept sie kurz zu jeder vollen Stunde. Immer wenn ich diesen Alarm höre, erinnere ich mich wieder an meinen Entschluss und kann ihn erneuern. Auf diese Weise schaffe ich es, mich während des Tages an einen guten Vorsatz zu erinnern.

Mir hat der „Trick“ mit der Uhr übrigens u.a. beim Abnehmen geholfen. Immerhin habe ich so im letzten Jahr 10 Kilo abgespeckt UND ich halte mein neues Gewicht spielend!!!

:-)