Läuse und Buddhismus

Mein Sohn juckte und kratzte es schon seit einiger Zeit verdächtig am Kopf. Heute wurden unsere Befürchtungen bestätigt. Es waren Läuse.

Kopfläuse sind speziell an den Menschen angepasst. Sie ernährt sich ausschließlich vom menschlichen Blut. Eine Kopflaus kann nur von Menschen leben.

…Aber der Mensch kann nicht mit Läusen leben. Wenn man die Läuse am Leben ließe, würden sich die Parasiten immer weiter verbreiten und auch anderen Menschen Leiden zufügen. Das unangenehme Jucken ist dabei noch das geringste Übel. Läuse verursachen Krankheiten und können sogar Krankheitserreger übertragen. Es gibt keine Wahl: Die Läuse müssen weg.

Um die Läuse loszuwerden, haben wir uns die Haare und Kopfhaut mit einem Kopflausmittel eingeschmiert. Nach dem Einwirken habe ich dann die Läuse mit einem Läusekamm ausgekämmt. Das war schlimm.

Übrigens war ich der einzige, der keinen Lausbefall hatte. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich sehr kurze Haare habe. So ein kurzhaariger Kopf ist wohl kein geeigneter Lebensraum für Läuse.

Karmisches Dilemma

Das Entfernen der Läuse und ihrer Eier ist Töten. Entweder man tötet die Läuse bei der Behandlung des Lausbefalls oder man lässt sie verhungern, wenn sie – von ihrem Wirt getrennt – keine Nahrung mehr finden. Es gibt leider keine andere Lösung.

Die Kopflaus wird als Folge ihrer negativen Handlungen gejagt und getötet. Der Mensch ist aus Gründen der Hygiene gezwungen, negative Handlungen auszuführen. Das Töten hat zur Folge, dass diese Menschen später selber gejagt und getötet werden. Uswusw…. Dieser Leidenskreis ist endlos.

Es ist nicht möglich in dieser Welt zu leben, ohne andere Lebewesen auf irgend einer Weise zu Schaden.

Samsara hat die Natur von Leiden. Das habe ich heute einmal mehr gelernt.